Tagebuchaufzeichnungen

... während des Norwegen-Törns mit MSY "Nordlicht (Hamburg)
- 160 Tage an Bord

enthält auch:
Kurs Nord. Bericht über einen langen Segelsommer in der "Dritten Hälfte" des Lebens

von Gisela Ziegenspeck-Brehmer und Jörg W. Ziegenspeck (PDF mit der Beschreibung aller Segelbücher) [713 KB]

Format A4 quer
Mit über 550 Farbfotos und 15 Routenplänen

328 Seiten, Farbdruck
ISBN 978-3-940562-73-9
69,50 Euro

Die MSY ’NORDLICHT’ (Hamburg) legte insgesamt auf dieser Nordlandreise in 160 Tagen 3.420 Seemeilen zurück, 63 Hafentage wurden genutzt, um "Land und Leute!" kennen zu lernen, ausgedehnte Wanderungen und anspruchsvolle Gebirgspartien zu machen, Museen zu besuchen, sich mit der norwegischen Geschichte, den Wikingern, der Christianisierung und den gegenwärtigen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Gegebenheiten auseinander zu setzten. Sturm- und Starkwindphasen überbrückten Schiff und Crew in meist kleinen Fischerhäfen oder am Anker in geschützten Buchten. Lange Seestrecken wechselten sich mit kurzen
Schlägen ab, verwunschene Nebelfahrten mit sonnigen Strecken; guten Wind gab es aus unterschiedlichen Richtungen, aber auch Zeiten, in denen die Luft bleiern auf dem Wasser lastete. Überwältigend und beeindruckend war die Schönheit der unverwechselbaren Natur, so dass es nicht ausgeschlossen erscheint, noch einmal gen Norden aufzubrechen.

Diese Text- und reichhaltige Fotodokumentation will ermuntern und ermutigen, den vom Alltag überlagerten Träumen noch einmal Raum zu geben; denn wenn Seniorinnen und Senioren nicht jetzt den Seesack schultern, wann dann ? Und wer der inneren Stimme nicht folgt, obwohl er rüstig und gut beieinander ist, wird sich später bestimmt fragen, warum etwas versäumt wurde, das das Leben so wunderbar hätte bereichern können. – Also zwischen den Zeilen sind stets die Frage bzw. Aufforderung zu entdecken: Worauf noch warten !?

Gisela Brehmer-Ziegenspeck und Jörg W. Ziegenspeck mögen Menschen, Länder und Kulturen – das merkt man. Sie war bis zum Erreichen der Altersgrenze niedergelassene Kinderärztin in Hamburg, er umtriebiger Hochschullehrer an der Universität in Lüneburg. Einer seiner wissenschaftlichen Schwerpunkte war die Segel- und Erlebnispädagogik. Nun machten sich beide auf, um zu beweisen, dass es auch im Alter möglich ist, Erlebnisse zu suchen und deren Erträge in das immer kostbarer werdende Lebenskonzept sinnvoll zu integrieren.

Produkt-ID: 978-3-940562-73-9

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Das dritte Buch der kleinen Segelreihe im ZIEL-Verlag ...

... ist dem ersten vergleichbar aufgebaut, also zwei Bücher in einem und wiederum von beiden Seiten zu lesen.
Im April machte sich das Ehepaar erneut auf, um an Bord ihres kleinen Motorseglers 'NORDLICHT' (Hamburg) auf Nordlandreise zu gehen. Fast die gesamte Küste Norwegens mit ihren Innen- und Außenkursen wurde befahren; bis nach Troms ging es hoch im Norden, danach um die Insel Senja herum zu den Vesterålen und zu den Lofoten. Als beide dort anlandeten, war endlich der Sommer da, zwar immer noch
"norwegisch" (d.h. mit kühlen Außen- und abschreckenden Wassertemperaturen), aber immerhin mit einigen warmen Sonnentagen, so dass der Pullover ab und zu gegen ein T-Shirt ausgewechselt werden konnte. Die Lofoten waren das ursprüngliche Ziel gewesen, so dass hier sowohl der Nordmeerküstensaum als auch die Ostküste besucht wurden. Erst danach ging es wieder zurück, wobei viele Außenschären (z.B. Veidholmen) und Inselgruppen (z.B. Lovund, Træna) und Leuchtturminseln (z.B. Grip und Ona) "mitgenommen" wurden. Nach Hause kamen Schiff und Crew zwar im September nach 160 Tagen, aber angekommen war man noch lange nicht: tausend Bilder von bezaubernden, grandiosen, überwältigenden Landschaften, Eindrücke, die ein besonderes Norwegenbild fundierten, geografische, historische, kulturelle, politische und soziale Einsichten und Erlebnisse mit Menschen in einem unverwechselbar schönen Land erschwerten den (Wieder-)Eintritt ins Alltagsleben erheblich. Und Dankbarkeit schwingt rückblickend mit, denn den Seglern war bewusst, dass sie sich erneut den Herausforderungen eines solchen Törns in der "Dritten Hälfte des Lebens" erfolgreich gestellt hatten.
Die Reise fand unter dem Motto "Seefahrt ist schön !" statt. - Das Ehepaar kann es bezeugen: die See fordert heraus, stärkt das (Selbst-)Bewusstsein, lässt gleichzeitig immer beides innerlich wachsen: Demut und Stolz, Vertrauen und Zweifel, Mut und Vorsicht. So kann Seefahrt zu einem Weg zu sich selbst und zu einem gemeinsamen Weg werden.
Wer mit einem Segelschiff unterwegs ist, lernt viel über die Autonomie des Lebens. Er ist unterwegs - im wahrsten Sinne des Wortes und auch in seinem übertragenen:

er macht sich zu neuen Ufern auf, sucht neue Horizonte zu erobern und will etwas in Erfahrung bringen. Das faktische Tun und die kritische Reflexion bilden eine alltägliche Einheit. Seefahrt will mit Ehrlichkeit und Profession betrieben werden, mit Sensibilität und Tatkraft, mit Staunen und Sehen, mit Hoffen und Wissen.
Und Norwegen erschließt sich nun einmal von See her am besten. Nicht zuletzt aus diesem Grunde nennt man die Strecke, auf der die großen Fährschiffe der "Hurtigroute" laufen, die "Reichsstraße Nummer 1". Mit Schiffen fand und findet der Handel statt, über See wurde die Christianisierung möglich, Kommunikation und Austausch hat den Küstensaum von Süd bis Nord und Nord bis Süd belebt. Dort an der Küste leben die meisten Menschen; sie sind und bleiben dem Meer verbunden und verpflichtet. Die Geschichte Norwegens ist eine der Wikinger, der Seefahrer, der Naturforscher und derjenigen, die sich von der rauen Natur herausfordern, nicht bezwing engen ließen. Die Geschichte Norwegens ist ermutigend, weil man an ihr auch ablesen kann, dass Konflikte nicht nur durch Gewalt und Krieg beigelegt werden müssen.
"Seefahrt ist schön !" - aber die Schönheit, die sich durch sie entfaltet ist mehr als die Schönheit der Seefahrt !
"Reisen bildet !" - Diese Weisheit bewahrheitete sich auch auf der hier beschriebenen Nordlandfahrt. Was Gisela und Jörg W. Ziegenspeck in Erfahrung brachten, konnten sie dann zu ihrem inneren Besitz erklären: Norwegen ist ein reiches Land - reich an Schönheit, Kultur, Religion, Geschichte und Menschlichkeit. Gerade Letzteres wurde immer wieder zum Erlebnis auf dieser Reise: die Aufmerksamkeit und Herzlichkeit, die Hilfsbereitschaft und Ansprechbarkeit, der Witz und die Schlagfertigkeit, das Können und der gelassene Umgang mit dem Unvermögen der Menschen, denen man überall begegnete, war einprägsam und hat das Norwegenbild entscheidend mitgeprägt.
Gerade auch das Attentat dieses jungen, hirnrissigen Mannes, der in Oslo und auf der Fjordinsel Utøya sein fürchterliches Unwesen trieb, ändert nichts an der positiven Einschätzung, die auch dadurch geradezu bestärkt wurde, wie die Menschen mit dieser Tatsache anschließend umgingen: nicht Hass und die Suche nach Vergeltung standen im Vordergrund der landesweiten Erörterungen, sondern der Versuch des Begründens, Verstehens und Begreifens, um daraus für die Zukunft die richtigen Entscheidungen treffen zu können. Und da waren sich alle einig: Regierung, Opposition, Königshaus und die Bürgerinnen und Bürger. - Für die Segler geradezu ein Lehrstück gelebten Bürgersinns und staatlicher Verantwortung.
Norwegen ist also mehr als nur grandiose Landschaft. Norwegen ist einmalig und zeigt als Staat, wie mit Reichtum (Erdöl und -gas) sinnvoll und verantwortlich umgegangen werden kann. Reichtum steigt hier keinem zu Kopfe, ist aber der Garant für wirtschaftliche, kulturelle, bildungsbewusste Kontinuität eines Aufschwungs, der seinen Optimismus und seine Zuversicht hoffentlich nie verlieren wird.
Als Gisela und Jörg W. Ziegenspeck sich im hohen Norden dazu entschlossen, auf Hammerfest und Nordkap zugunsten von der Insel Senja, den Vesterålen und einem längeren Verbleiben auf den Lofoten zu verzichten, beugte sich der Skipper über die Karten - und rief erschrocken: "Die ganze Strecke müssen wir wieder zurück, Gisela !" - Ja, wenn man sein Ziel vor Augen hat, ist kein Weg zu weit und man will unbedingt ankommen. Da wird kein Gedanke an die Mühsal der Rückfahrt verschwendet. Wenn die aber angesagt ist, verändern sich die Einschätzungen in dem Sinne, dass man hofft, auch auf diesen kommenden 1.500 Seemeilen möge alles gut gehen. - Und es ging gut !
MSY 'NORDLICHT' (Hamburg) legte insgesamt auf dieser Nordlandreise in 160 Tagen 3.420 Seemeilen zurück, 63 Hafentage wurden genutzt, um "Land und Leute" kennen zu lernen, ausgedehnte Wanderungen und anspruchsvolle Gebirgspartien zu machen, Museen zu besuchen, sich mit der norwegischen Geschichte, den Wikingern, der Christianisierung und den gegenwärtigen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Gegebenheiten auseinander zu setzten. Sturm- und Starkwindphasen überbrückten Schiff und Crew in meist kleinen Fischerhäfen oder am Anker in geschützten Buchten. Lange Seestrecken wechselten sich mit kurzen Schlägen ab, verwunschene Nebelfahrten mit sonnigen Strecken; guten Wind gab es aus unterschiedlichen Richtungen, aber auch Zeiten, in denen die Luft bleiern auf dem Wasser lastete. Überwältigend und beeindruckend war die Schönheit der unverwechselbaren Natur, so dass es nicht ausgeschlossen erscheint, noch einmal gen Norden aufzubrechen.
Ja, dieses Buch bringt dem Leser auf unverwechselbare Weise Norwegen nah und fordert geradezu dazu auf, dem Kurs von Gisela und Jörg W. Ziegenspeck zu folgen - mit Schiff, dem Wohnmobil oder wie auch immer.