Einführung in das Bildungs- und Kulturmanagement

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Einführung in das Bildungs- und Kulturmanagement
Graeßner, Gernot/Kurz, Martin Hendrik

Betriebswirtschaftliches Denken und Handeln ist auch für Bildungs- und Kulturinstitutionen unabdingbare Voraussetzung, um auf dem Markt erfolgreich agieren zu können. Sie benötigen Manager mit sowohl fundierten Fach- und Branchenkenntnissen als auch betriebswirtschaftlichen Kompetenzen.
Dieser Band ist eine Einführung ins Bildungs- und Kulturmanagement. Er ist gegliedert nach den grundlegenden Herausforderungen, vor denen die hier Tätigen in der Praxis stehen:

  • Wirtschaft und Management
  • Ressourcen und Planung
  • Lebenslanges Lernen und Bildung
  • spezielle Aspekte des Kulturmanagements
  • Ansätze der Vermittlung
  • Professionalität in Bildungs- und Kulturbetrieben

Dazu wurden jeweils mehrere Beiträge mit Ansätzen und Konzepten von namhaften Wissenschaftlern und Praktikern aus Bildung und Kultur zusammengestellt.
Das Buch enthält Basiswissen und praktisches Know-how für das breite Feld, mit dem Bildungs- und Kulturmanager zu tun haben.

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Artikelnummer: 978-3-944708-87-4 Kategorien: , ,

Beschreibung

404 Seit­en
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34,90 €
ISBN:978-3-944708-87-4 (Soft­cov­er)

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Klappentext

Betrieb­swirtschaftlich­es Denken und Han­deln ist auch für Bil­dungs- und Kul­turin­sti­tu­tio­nen unab­d­ing­bare Voraus­set­zung, um auf dem Markt erfol­gre­ich agieren zu kön­nen. Sie benöti­gen Man­ag­er mit sowohl fundierten Fach- und Branchenken­nt­nis­sen als auch betrieb­swirtschaftlichen Kompetenzen.
Dieser Band ist eine Ein­führung ins Bil­dungs- und Kul­tur­man­age­ment. Er ist gegliedert nach den grundle­gen­den Her­aus­forderun­gen, vor denen die hier Täti­gen in der Prax­is stehen:

  • Wirtschaft und Management
  • Ressourcen und Planung
  • Lebenslanges Ler­nen und Bildung
  • spezielle Aspek­te des Kulturmanagements
  • Ansätze der Vermittlung
  • Pro­fes­sion­al­ität in Bil­dungs- und Kulturbetrieben

Dazu wur­den jew­eils mehrere Beiträge mit Ansätzen und Konzepten von namhaften Wis­senschaftlern und Prak­tik­ern aus Bil­dung und Kul­tur zusammengestellt.
Das Buch enthält Basiswis­sen und prak­tis­ches Know-how für das bre­ite Feld, mit dem Bil­dungs- und Kul­tur­man­ag­er zu tun haben.

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Rezension

Rezen­sion von Prof. Dr. Chris­t­ian Zürn­er auf socialnet.de

The­ma
Ökonomis­ches Denken im Bere­ich von Bil­dung und Kul­tur ist nicht nur im Gefolge der Kri­tis­chen The­o­rie immer noch ein Reizthe­ma. Prak­tiken des sich Bildens bzw. des kün­st­lerischen Schaf­fens und Erfahrens wer­den von der Päd­a­gogik und Ästhetik auch jen­seits der Frank­furter Schule gerne als Residuen zweck­freier geistiger Tätigkeit pro­fil­iert. Wie kann effizientes Man­age­ment Bil­dungs- und Kul­turein­rich­tun­gen dann so am Leben erhal­ten, dass die dort kul­tivierten Kün­ste bzw. Bil­dung­sprozesse nicht dem Pri­mat ein­er unangemesse­nen Ökonomisierung geopfert wer­den? Dieser wichti­gen Frage wid­met sich die von Ger­not Graeßn­er und Mar­tin Hen­drik Kurz her­aus­gegebene Ein­führung in das Bil­dungs- und Kul­tur­man­age­ment, um sie gle­ich in der Ein­leitung pro­gram­ma­tisch zu beant­worten: „[…] wenn sich grundle­gende betrieb­swirtschaftliche Kom­pe­ten­zen und Man­age­ment-Kom­pe­ten­zen ‚kreuzen‘ mit einem in die Tiefe gehen­den the­o­retis­chen Ver­ständ­nis von Bil­dung und Kul­tur“ (S. 7). Entsprechend set­zt sich das Buch zum Ziel, einen pro­duk­tiv­en Beitrag zu ein­er solchen „Kreuzung“ zu leisten.

Her­aus­ge­ber bzw. AutorInnen
Bei­de Her­aus­ge­ber sowie ein Großteil der AutorIn­nen lehren im BA-Stu­di­en­gang „Betrieblich­es Bil­dungs- und Kul­tur­man­age­ment“ an der Euro-FH Ham­burg. Die Auf­sätze „stam­men“ so die Her­aus­ge­ber, „durch­weg aus den Stu­di­en­ma­te­ri­alien“ dieses Stu­di­en­ange­botes (S. 10). Damit ver­ste­ht sich die Ein­führung aus­drück­lich als infor­ma­tive und prax­is­be­zo­gene Anleitung für poten­tielle Kul­tur- und BildungsmanagerInnen.

Auf­bau
Das Buch ist (nach ein­er Ein­führung durch die Her­aus­ge­ber Ger­not Graeßn­er und Mar­tin Hen­drik Kurz) in sechs Kapi­tel gegliedert:

1. Wirtschaft und Management,
2. Ressourcen und Planung,
3. Lebenslanges Lernen/​Bildung,
4. Spezielle Aspek­te des Kulturmanagements,
5. Method­is­che Ansätze der Bil­dungsver­mit­tlung sowie
6. Professionalität.

Unter jed­er Kapitelüber­schrift sind dann nochmals mehrere Beiträge zusam­menge­führt. Kapi­tel 1. Wirtschaft und Man­age­ment umfasst die Aufsätze:

1.1 Steuerung von Bil­dung und Kul­tur durch Unternehmensführung (Mar­tin Hen­drik Kurz),
1.2 Mar­ket­ing-Strate­gie und Mar­ket­ing-Mix (Svend Hollensen),
1.3 Con­trol­ling (Ste­fan Müller) und
1.4 Pro­jek­t­man­age­ment in Bil­dungs- und Kul­tur­pro­jek­ten (Isabel Schaller).

In Kapi­tel 2. Ressourcen und Pla­nung find­en sich die Ausführungen:

2.1 Insti­tu­tio­nen und ihre Kon­texte (Ger­not Graeßner),
2.2 Pro­gramm­pla­nung (Ger­not Graeßner),
2.3 Bil­dung­sun­ternehmen (Sebas­t­ian Grab und Mar­cus Rübbe),
2.4 Die Entwick­lung des kom­mu­nalen Bil­dungs­man­age­ments (Markus Rempe) und
2.5 Zukun­fts­fähigkeit durch Bil­dung (Saman­tha-Angela Cut­more-Bein­lich und Eber­hard Niggemann).

Kapi­tel 3. Lebenslanges Lernen/​Bildung beinhaltet:

3.1 Konzepte der Lernge­sellschaft und des Lebenslan­gen Ler­nens als bil­dungspoli­tis­che Flucht­punk­te (Lisa Brey­er und Michael Schem­mann) sowie
3.2 Der Men­sch und seine Biogra­phie zwis­chen Indi­vid­u­al­isierung und Ökonomisierung (Kat­ja Petersen, Kat­ja Schmidt und Chris­tine Zeuner).

Im Kapi­tel 4. Spezielle Aspek­te des Kul­tur­man­age­ments find­en sich die Aufsätze:

4.1 Öffentlich­er und pri­vater Kul­turbe­trieb in Deutsch­land (Armin Klein),
4.2 Organ­i­sa­tion, Vision und Com­mit­ment (Wern­er Holub),
4.3 Daheim in Kultur(en) und Gesellschaft (Ewa Przy­byl­s­ka) und
4.4 Kul­tur- und Kreativwirtschaft (Christof Schreckenberg).

Unter der Kapitelüber­schrift 5. Method­is­che Ansätze der Bil­dungsver­mit­tlung sind die Beiträge

5.1 Architek­tur und Design bei Change­prozessen im Bil­dungs­man­age­ment (Frank Strikker und Hei­drun Strikker),
5.2 Ver­anstal­tun­gen gestal­ten (Sebas­t­ian Grab und Anna Sta­nia) sowie
5.3 What­ness – der neue sokratis­che Dia­log (Ger­not Graeßn­er) versammelt.

Kapi­tel 6. Pro­fes­sion­al­ität schließlich informiert über:

6.1 Strate­gis­ches Per­sonal­man­age­ment in Organ­i­sa­tio­nen (Bar­bara Rademacher),
6.2 Pro­fes­sion­al­isierung im Kul­tur­man­age­ment (Gesa Birnkraut) und
6.3 Pro­fes­sionelles Han­deln in Bil­dung­sein­rich­tun­gen (Ger­not Graeßner).

Ger­not Graeßn­er und Mar­tin Hen­drik Kurz been­den die Ein­führung dann mit einem Aus­blick über Betrieb­swirtschaft, Bil­dung und Kul­tur: The­o­rie und Praxis.

Inhalt
Das Kapi­tel 1. Wirtschaft und Man­age­ment führt eher all­ge­mein in grundle­gende betrieb­swirtschaftliche Begrif­flichkeit­en und Konzepte als „die etablierten Konzepte und Meth­o­d­en unternehmerischen Han­delns“ (S. 13) ein, die dabei in ihrer Bedeu­tung auch für die Bere­iche Bil­dung und Kul­tur deut­lich wer­den sollen. Kapi­tel 2. Ressourcen und Pla­nung beschreibt den insti­tu­tionellen Rah­men, inner­halb dessen Bil­dung­sprozesse betrieb­swirtschaftlich ges­teuert wer­den sollen und konkretisiert das Man­age­men­thandeln im Hin­blick auf deren spez­i­fis­chere Pro­file. Im Fokus ste­hen dabei „[d]as Insti­tu­tio­nen­sys­tem der Weit­er­bil­dung in Deutsch­land“ (S. 100), „Pro­gramm­pla­nung“ als Teil des „strategische[n] Management-Konzept[s]“ (S. 126), „kom­mu­nales Bil­dungs­man­age­ment[]“ mit dem Ziel ein­er „Bil­dung­steil­habe für alle Men­schen“ (S. 157) und die exem­plar­ische Darstel­lung ein­er Gestal­tung inner­be­trieblich­er Weit­er­bil­dung durch eine unternehmen­seigene Akademie. Kapi­tel 3. Lebenslanges Lernen/​Bildung beleuchtet jen­seits konkreter insti­tu­tioneller Kon­texte „klas­sis­che und jün­gere Konzepte der Lernge­sellschaft und des Lebenslan­gen Ler­nens“ (S. 188) sowie biographis­che Fundierun­gen von Lern­prozessen. In Kapi­tel 4. Spezielle Aspek­te des Kul­tur­man­age­ments wird der Fokus dann auf den Bere­ich Kul­tur gelegt. Neben ein­er Dar­legung der in der Gestal­tung des Kul­tur­ange­bots nicht zulet­zt wirk­samen poli­tis­chen Dimen­sion, der Exp­lika­tion moti­va­tionaler Ein­flussfak­toren auf den strate­gis­chen Erfolg ein­er Organ­i­sa­tion sowie der Rel­e­vanz von „Meth­o­d­en der kul­turellen Bil­dung“ für die „aktive Teil­nahme von Men­schen in der Sphäre der Kul­tur, den Plu­ral­is­mus der Weltan­schau­un­gen und die Offen­heit gegenüber allem, was anders ist“ (S. 249) geht es dort auch um eine Ein­führung in „die Entwick­lung und sta­tis­tis­che Abgren­zung des deutschen Kul­tur- und Kreativwirtschafts­be­griffs sowie aktuelle wirtschaftliche Eck­dat­en und Trends“ (S. 253). Didak­tis­che Fra­gen wer­den in Kapi­tel 5. Method­is­che Ansätze der Bil­dungsver­mit­tlung behan­delt, konkret bezo­gen auf „die Entwick­lung eines Change Prozess­es“ (S. 288) und die method­is­che Gestal­tung von Bil­dungsver­anstal­tun­gen bzw. die von „speziellen Ver­anstal­tun­gen, die zum Ziel haben, in kreativ­er, konzen­tri­eren­der Weise die Aufmerk­samkeit auf wesentliche, zen­trale The­men und Prob­lematiken zu richt­en“ (S. 317). Unter Kapi­tel 6. Pro­fes­sion­al­ität wer­den schließlich grundle­gende Anforderun­gen an die Tätigkeit­en des Bil­dungs- und Kul­tur­man­age­ments for­muliert: „Mit sein­er erwor­be­nen und sich immer weit­er entwick­el­nden Pro­fes­sion­al­ität agiert der Bil­dungs­man­ag­er in Unternehmen, Bil­dung­sun­ternehmen und -ein­rich­tun­gen, ggf. auch Kul­turbe­trieben und inter­na­tionalen Organ­i­sa­tio­nen und Non-Gov­ern­ment-Organ­i­sa­tio­nen“ (S. 384).

Diskus­sion
Die von Ger­not Graeßn­er und Mar­tin Hen­drik Kurz her­aus­gegebene „Ein­führung in das Bil­dungs- und Kul­tur­man­age­ment“ bietet, unter­stützt von zahlre­ichen Grafiken, einen inter­es­san­ten Ein­blick in zen­trale Ter­mi­nolo­gien und Konzepte des Man­a­gens bzw. betrieb­swirtschaftlichen Denkens und Han­delns. Dieses wird dann auf die Bere­iche Bil­dung und Kul­tur bzw. auf eine beru­fliche Prax­is inner­halb dieser Bere­iche appliziert. Hier zeigt sich jedoch eine grundle­gende Prob­lematik des Buch­es. Denn die Bezüge zu Bil­dung, vor allem aber die zu Kul­tur wer­den, was für eine solch ein­führende Darstel­lung wichtig wäre, nicht hin­re­ichend deut­lich. Müssten schon die Man­age­ment­bere­iche „Bil­dung“ und „Kul­tur“ genauer dif­feren­ziert wer­den, erfahren bei­de Bere­iche im Ver­gle­ich zu ein­er Fülle von Dar­legun­gen eher for­maler Man­age­men­tkonzepte und -strate­gien kaum nähere Betra­ch­tung. Ger­ade das „in die Tiefe gehende[] the­o­retis­che[] Ver­ständ­nis von Bil­dung und Kul­tur“ (S. 7), das Ger­not Graeßn­er und Mar­tin Hen­drik Kurz bere­its in der Ein­leitung neben „grundlegende[n] betriebswirtschaftliche[n] Kom­pe­ten­zen und Man­age­ment-Kom­pe­ten­zen“ (ebda.) zurecht anmah­nen, wird so nicht gefördert. Anders gesagt: Die „Ein­führung in das Bil­dungs- und Kul­tur­man­age­ment“ ver­nach­läs­sigt zugun­sten der Exp­lika­tion zahlre­ich­er for­maler Strate­gien des Man­a­gens die päd­a­gogis­chen und ästhetis­chen Inhalte von Bil­dung und Kul­tur, um die es diesem Man­age­ment doch gehen muss. Das bet­rifft vor allem den Bere­ich Kul­tur, dessen kün­st­lerische Spez­i­fi­ka auch in den Aus­führun­gen von Ewa Przy­byl­s­ka Daheim in Kultur(en) und Gesellschaft (S. 241–252) als einzigem kul­tur­the­o­retis­chem Beitrag weit­ge­hend unberück­sichtigt bleiben. Nur an weni­gen Stellen kommt solch ein Anspruch zum Aus­druck, etwa wenn Gesa Birnkraut schreibt: „Wer ‚nur‘ Man­ag­er sein möchte, kann das in jedem anderen Bere­ich sein. Kul­tur­man­ag­er zu wer­den, bedeutet aber auch, die Affinität und die Lei­den­schaft für die kün­st­lerischen The­men mitzubrin­gen. Dementsprechend soll­ten bei allem effek­tiv­en und effizien­ten Han­deln die Kun­st und Kul­tur als Kern unser­er Arbeit immer in einem Gle­ichgewicht zu den man­age­ri­alen Auf­gaben ste­hen“ (S. 361). Genau diese Bal­ance wird aber schwierig, wenn Bil­dungs- und Kul­tur­man­age­ment primär als ein rel­a­tiv unkom­pliziertes Über­tra­gen unternehmerischen Denkens und betrieb­swirtschaftlich­er Strate­gien auf den Kul­turbere­ich dargestellt wird. In den Beiträ­gen des Buch­es spie­len kün­st­lerische Prozesse und ästhetis­che Per­for­mances (Musik, Ausstel­lun­gen, The­ater, lit­er­arische Lesun­gen etc.), um der­en­twillen gem­anagt wird, keine Rolle. So aber ger­at­en die vorgestell­ten Meth­o­d­en und Konzepte zu einem eher unspez­i­fis­chen Handw­erk­szeug, dessen Pass­ge­nauigkeit für Kul­tur bzw. die unter­schiedlich­sten Bil­dungs­for­mate ein­fach voraus­ge­set­zt wird, ohne auf die z.T. völ­lig dif­ferieren­den Kon­texte und Inhalte näher einzuge­hen. Dies lässt sich anhand einiger Beispiele verdeutlichen:

1. Ger­not Graeßn­er stellt in einem Beitrag den „neuen sokratis­chen Dia­log“ als Meth­ode vor (S. 317–332) und schreibt über ihre über­greifende Ein­satzmöglichkeit: „In allen Teamzusam­men­hän­gen, in Führungs­fra­gen, bei der Gestal­tung von Pro­gram­men der (betrieblichen) Bil­dung und von Kul­tur­pro­gram­men sowie Pro­gram­men der pol[i]tischen und per­sön­lichen Bil­dung gibt es immer außergewöhn­liche, entschei­dende The­men und Her­aus­forderun­gen, die dazu ver­an­lassen, sich auf die wesentlichen Aspek­te ein­er The­matik oder eines Prob­lems zu konzen­tri­eren und in ein­er zukun­ft­sori­en­tierten, mitunter inno­v­a­tiv­en Weise nach einem gemein­samen Nen­ner aller Beteiligten zu suchen“ (S. 317, Her­vorhe­bun­gen C.Z.). Über der zudem recht vage gehal­te­nen uni­ver­salen Qual­i­fika­tion ein­er über­greifend­en Meth­ode und ihrer gen­er­al­isieren­den Darstel­lung (wed­er sind betriebliche Bil­dung, Kul­tur­pro­gramme und poli­tis­che Bil­dung ohne weit­eres ver­gle­ich­bar, noch erschöpft sich Kul­tur- und Bil­dungs­man­age­ment in der for­mal-all­ge­meinen Konzen­tra­tion „auf die wesentlichen Aspek­te ein­er The­matik“) gehen dann der spez­i­fis­che Ort und die spez­i­fis­che Bedeu­tung ver­loren, die ein solch­es Ver­fahren etwa im Rah­men der Leitung eines The­ater­pro­jek­ts mit seinen spez­i­fis­chen kün­st­lerischen Anforderun­gen haben kön­nte. Ger­ade das aber wäre für Kul­tur­man­agerIn­nen interessant.

2. Auch wird nicht wirk­lich ersichtlich, inwiefern z.B. „Strate­gis­ches Per­sonal­man­age­ment in Organ­i­sa­tio­nen“ ger­ade ein Kennze­ichen der Pro­fes­sion­al­ität von Kul­tur­man­age­ment darstellt. Bar­bara Rademach­er schreibt im Faz­it ihres Beitrages (S. 335–350): „Eine ständi­ge Auseinan­der­set­zung mit der eige­nen Hal­tung und kri­tis­che Selb­stre­flex­ion dür­fen Kul­tur­man­ag­er niemals able­gen. Eben­so das Wis­sen um human­is­tis­che The­o­rien und Ansätze, die ihnen dabei helfen[,] die Organ­i­sa­tion zu ver­ste­hen und ihre Kul­tur zu entwick­eln, zu begleit­en und zu bewahren. Damit sie in Zeit­en immer schneller wer­den­den Wan­dels Kul­turen gestal­ten, die es jedem ermöglichen, sein Bestes für die Organ­i­sa­tion einzubrin­gen und gemein­sam erfol­gre­ich zu sein, gilt: Per­son­alver­ant­wortliche müssen […] cur­ric­u­lar denken und vorge­hen kön­nen und mit einem stets mod­er­nen Meth­o­d­en­pot­pour­ri aus­ges­tat­tet bere­it sein[,] pro­fes­sionell, flex­i­bel und kreativ auf neue Sit­u­a­tio­nen zu reagieren“ (S. 348). So aber dro­ht die klärende Beschrei­bung gen­uin­er Anforderung­spro­file im Kul­tur­man­age­ment zugun­sten ein­er eher unspez­i­fis­chen pro­gram­ma­tis­chen Opti­mierungsrhetorik bzw. der wenig aus­sagekräfti­gen Affir­ma­tion dynamisch kon­notiert­er Kom­pe­ten­zpro­file in den Hin­ter­grund zu geraten.
3. Wenn Sebas­t­ian Grab und Anna Sta­nia im Rah­men ihres Beitrags Ver­anstal­tun­gen gestal­ten (S. 291–316) all­ge­meine Mod­er­a­tions- und Diskus­sion­s­meth­o­d­en wie etwa das „World Café“, die „Zukun­ftswerk­statt“ oder das „Bar­Camp“ ohne einge­hen­den Bezug zu Inhal­ten und For­mat­en im Bere­ich Bil­dung oder Kul­tur vorstellen, bleibt unklar, inwieweit sich „ein didak­tis­ches Grund­ver­ständ­nis des Bil­dungs- und Kul­tur­man­agers“ (S. 315, bei­de Tätigkeit­en wer­den dabei offen­sichtlich weit­ge­hend iden­ti­fiziert) ger­ade in ihnen artikuliert und Bil­dung oder Kul­tur prä­gen soll.

4. Beson­ders prob­lema­tisch wird es aber dort, wo, wie im Beitrag Zukun­fts­fähigkeit durch Bil­dung: Das Unternehmen Wei­d­müller von Saman­tha-Angela Cut­more-Bein­lich und Eber­hard Nigge­mann (S. 159–174), Mod­elle inner­be­trieblich­er Weit­er­bil­dung eines Unternehmens der Elek­trotech­nik bewor­ben und umstand­s­los als Leit­bild für die Gestal­tung von Bil­dungs- und Kul­tur­pro­gram­men ver­an­schlagt werden.

Schließlich erfährt auch der Bil­dungs­be­griff in der „Ein­führung in das Bil­dungs- und Kul­tur­man­age­ment“ von Ger­not Graeßn­er und Mar­tin Hen­drik Kurz nur an weni­gen Stellen, etwa im Beitrag Der Men­sch und seine Biogra­phie zwis­chen Indi­vid­u­al­isierung und Ökonomisierung – Über­legun­gen zur Bedeu­tung von Biogra­phien und ihrer Erforschung in der Erwach­se­nen­bil­dung (S. 191–208) von Kat­ja Petersen, Kat­ja Schmidt und Chris­tine Zeuner, eine einge­hen­dere Diskus­sion. Doch ger­ade ein für Bil­dungs- und Kul­tur­man­age­ment einge­fordertes „in die Tiefe gehende[s] theoretische[s] Ver­ständ­nis von Bil­dung“ (S. 7) hätte sich weit aus­führlich­er mit den Ein­wän­den gegen v.a. ökonomis­chen Imper­a­tiv­en entsprin­gen­den Pro­gram­men Lebenslan­gen Ler­nens auseinan­derzuset­zen, auf die Petersen, Schmidt und Zeuner am Ende ihres Auf­satzes hin­weisen. Denn von ihnen aus wären wiederum grund­sät­zliche Anfra­gen an die Ökonomisierung des Bil­dungs­bere­ich­es zu stellen, denen im Buch von Ger­not Graeßn­er und Mar­tin Hen­drik Kurz anson­sten wenig Raum gegeben wird. An der Pub­lika­tion for­mal zu kri­tisieren bleibt der häu­fige Verzicht auf eine gen­derg­erechte Schreib­weise, eine in Dia­gram­men und Graphiken oft sehr kleine und schw­er les­bare Schrift sowie ger­ade in den let­zten Kapiteln des Buch­es eine größere Menge an Druck­fehlern bzw. offen­sichtlich verse­hentlich fehler­haft zusam­menge­set­zten Satzteilen.

Faz­it
Die von Ger­not Graeßn­er und Mar­tin Hen­drik Kurz her­aus­gegebene „Ein­führung in das Bil­dungs- und Kul­tur­man­age­ment“ ist in erster Lin­ie eine Ein­führung in betrieb­swirtschaftlich­es Denken und seine konzep­tionelle Umset­zung in Man­age­mentstrate­gien. Als solche kann sie im Kul­tur- und Bil­dungs­bere­ich Tätige mit entsprechen­den Ter­mi­nolo­gien bzw. Konzepten ver­traut machen, ver­mag jedoch nicht, die sehr for­mal­isiert dargestell­ten Prax­en des Man­age­ments im Hin­blick auf Bil­dung und Kul­tur wirk­lich konkret anschaulich zu machen und mit Leben zu füllen. Lei­der fehlt ihr das einge­hen­dere Ver­ständ­nis von Bil­dung und Kul­tur, das sie selb­st ein­fordert. Vielle­icht müsste eine Ein­führung ins Bil­dungs- und Kul­tur­man­age­ment umgekehrt vorge­hen, d.h. statt all­ge­meine Man­age­ment­prinzip­i­en auf die Arbeits­bere­iche Kul­tur und Bil­dung zu applizieren, aus­ge­hend von ein­er Beschrei­bung konkreter Kul­tur- oder Bil­dung­spro­jek­te spez­i­fis­che Erfordernisse ihrer Pla­nung und Leitung deduzieren, um von da eine behut­samere Anschlussfähigkeit für betrieb­swirtschaftlich­es Denken herzustellen.

Über die Autoren

Graeßn­er, Gernot
* 1945, Beruf: Prof. Dr.

Angaben zur Per­son: Fachge­bi­ete Lebenslanges Ler­nen und Mod­er­a­tion und. Stu­di­en­gangs­dekan „Betrieb­swirtschaftlich­es Bil­dungs- und Kul­tur­man­age­ment“ (B. A.) sowie Leit­er des Mastereinstiegsprogramms.
2010 bis 2015 Dekan des Stu­di­en­gangs „Busi­ness Coach­ing und Change Man­ageme­nent“ (M. A.). Leit­er des Mas­tere­in­stiegspro­gramms der Euro-FH.
1975 bis 2010 lehrte er als Akademis­ch­er Direk­tor an der Uni­ver­sität Biele­feld schw­er­punk­t­mäßig im Bere­ich Erwach­se­nen- und Weiterbildung.
1985 – 2010 Rek­torats­beauf­tragter für wissenchaftliche Weit­er­bil­dung. Zahlre­iche Pub­lika­tio­nen im Bere­ich der (wis­senschaftlichen) Weiterbildung.

Kurz, Mar­tin Hendrik
* 1965, Beruf: Prof. Dr.

Angaben zur Per­son: Mehr als 20 Jahre Erfahrung in lei­t­en­den Posi­tio­nen der Bil­dungs­branche, u.a. als Geschäfts­führer des ILS Insti­tut für Lern­sys­teme (seit 1997) sowie der Euro-FH Europäis­che Fern­hochschule Ham­burg (seit 2003). Präsi­dent des Forum Dis­tancE-Learn­ing – der Fachver­band für Fern­ler­nen und Lern­me­di­en (2000 – 2012) sowie Vice Pres­i­dent der EADL Euro­pean Asso­ci­a­tion for Dis­tance Learn­ing (seit 2014).
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